Herkules: Wasserspiele mit zwei Kerlen

wer angesichts der Überschrift die Hoffnung hegt, es ginge im Folgenden um die Beschreibung eines Erotik-Streifens der eher exotischen Art aus den frühen 80ern des vorigen Jahrhunderts, wird leider enttäuscht.

Herkules_Collage_small

Vielmehr gilt es von einem Run im Rahmen einer Dienstreise ins nördliche Hessen zu berichten. Näheres verkünden die folgenden vierhebigen Verse in grobschlächtigem Metrum:

Wer bei einer Körperschaft/mehr geistig als mit Körper schafft/tut gut daran in Morgenstunden/wenn noch im Schlafe liegt der Rest/er mit Elan das Bett verlässt/im Sportdress eilt zur Straße unten;/und lang vor der wicht’gen Versammelung/sich widmet der Leibes Ertüchtigung./Freund Martin hat mit Vorbedacht/uns eine Strecke mitgebracht/Dank GPS und Google-Map/scheucht er mich auf die Gass – der Depp!/Viel Höhenmeter und lange Distänzen/wen wunderts – Adonis will neuerlich glänzen./Es nieselt leise und ist schwül/ich schwitz schon, er wirkt frisch und kühl./Knopfdruck und los, in zügigem Trab/Gott sei’s gedankt, zunächst bergab./Doch schon bei Kilometer zwei/ist’s mit dem Flachlandsport vorbei/der Weg schraubt sich hinauf zur Höhe/ich nur mehr des Mitläufers Rücken sehe/und klar – der Saukerl sei verflucht – /dass jetzt die Plauderei er sucht./Ich schnaufe, bleibe die Antworten schuldig/Was denn los sei, forscht er ungeduldig./Er schmunzelt süffisant hinüber/“Geht es nicht etwas schneller, das wäre mir lieber“./Zum Glück entschädigt die Schönheit der Strecke/für sein Genecke an fast jeder Ecke./Ist Kassel auch sonst nicht gerade Paris/der Bergpark am Schlosse ist traumhaft, gewiss/Beinahe klischeehaft mutet’s hier an/mit Blumenpracht, Wasserspiel, Brücken und Schwan./Wenn nur die dämliche Steigung nicht wär/ich fühlte mich geradezu elitär./An Wilhelmsruh sind wir lang schon vorbei/dann seh‘ ich die Stufen/circa hundert mal drei…/Dass Steigen haben wir beide bald satt/doch belohnt für die Leiden der Blick auf die Stadt./Wie einst Rocky spring ich über die letzte Treppe/schön wär’s wenn ich Luft noch zum Jubeln hätte./Schnell ein Selfie, viel länger hält es uns nicht hier/auf waschechten Trails geht’s bergab ins Quartier/Das ist mein Gelände, hier bin ich mal fix/downhill stoppt ein Schwergewicht so schnell nix./Meinen Mitläufer martert die Muskulatur/Gott ist wahrlich gerecht, so denke ich nur./Wir erreichen den Hof im Morgenrot/was ein Quatsch – es ist hell und zudem ein Hotel./Shake hands und den Schritt Richtung Dusche gelenkt/wieder jeder für sich, nicht dass einer was denkt…/

Tja Maddin, hier endet das Versepos schon/besten Dank für Recherchen und Motivation!