Frankfurt im Oktober: 34 plus 5

Jeder, der zu Rechnen vermag, weiß, dass mit dieser Addition nicht die Strecke des Frankfurt Marathon gemeint sein kann; dennoch macht selbige Sinn, denn der 34. lange Lauf am Main war mein 5. ebenda und mithin das Bergfest auf dem Weg zur Mitgliedschaft im Frankfurt Marathon Club.

FM34 Finisher TrioPlaste statt Blech ist auch ein Motto: Keine Medaille, dafür nicht ganz blickdichte und keineswegs wärmende Mülltüten mit Skyline –Aufdruck.

Ich liebe den Frankfurt Marathon, aber ganz ehrlich: Sucht Euch schnellstmöglich einen neuen Hauptsponsor! Wir TeilnehmerInnen zahlen ein nicht ganz kleines Startgeld – u.a. für Wärmefolie und Finisher Medaille. Dass letztere nachgeschickt, graviert und was auch immer werden, ist egal, denn Ende November hängt sich keiner mehr die Dinger um den Hals. Mir tut es vor allem für die erstmaligen Finisher leid. Wenn gespart werden muss, dann spart meinetwegen im Printsektor bei den diversen Hochglanz-Heftchen und Büchern.

Erneut war das Dreigestirn der vergangenen Jahre mit am Start und im Ziel: Glückwunsch an Klaus (im Bild in der Mitte) und vor allem an Frauke zur tollen, neuen PB! Ein ganz besonderer Glückwunsch an Verena (im Bild ganz rechts), die ich 2014 bei ihrem Halbmarathon-Debut und nunmehr bei ihrer ersten Bewältigung der 42, 192 Kilometer begleiten durfte. Es war mir eine Ehre, auf den letzten Kilometern Dein Flügelmann zu sein! Und selbstredend Gratulation an Katja für ihr erstes Finish. Wie kann man nur nach so einem Lauf als erstes an eine Kippe denken?

Über diesen 34. Frankfurt Marathon gibt es mehr als genug zu berichten, daher zunächst ein Kurzkommentar zu den Schlagzeilen, die jeder, der sich für den Laufsport begeistert, längst aus zig Quellen kennt. Gratulation an den beeindruckenden Lauf zum neuen Deutschen Rekord an Arne Gabius. Als „this German guy“, wie ihn die Konkurrenz aus Afrika nennt, Vierter in diesem Feld zu werden, ist einfach unglaublich und aller Ehren wert. Hol Dir den nächsten Europameistertitel, Arne und viel Spaß bei den Olympischen Spielen! Den hätte jeder (und ich als alter Fulderaner ganz besonders) auch Lisa Hahner gegönnt. Warum kann sich der zuständige Dachverband einer Nation, die beim Marathon nicht für die ganz hohen Treppchen gebucht ist, nicht einfach freuen, wenn eine Läuferin aus der Heimat die weltweite Norm erfüllt? Wieso muss eine Schippe draufgelegt und einer so sympathischen und ambitionierten Zwillingsschwester wegen neun Sekunden ein Strich durch die Olympia Rechnung gemacht werden?

Ein weiteres Wort zur Causa Horst Jendrasch: Ein fitter Senior, der alle bisherigen Auflagen des ältesten deutschen City Marathons gefinisht hat, wird vom Besenwagen überholt. Dennoch ist er vor Torschluss in der Festhalle. Nach ein paar Tagen die offizielle Verlautbarung: Horst hat abgekürzt und die Rennleitung darüber informiert. Seine Serie ist unterbrochen, aber er behält seine ewige Startnummer und ist beim nächsten Mal willkommen. Soweit die Fakten. Dazwischen liegen tausende Beiträge in diversen Foren und Medien und das ständige „Disqualifiziert ihn“ aus vielen Mündern – besser: Tastaturen – erinnert ein wenig an die Passionsgeschichte. Empörung ist oft berechtigt; vielleicht macht es auch Freude, sich hin und wieder zu empören. Mein Vorschlag dennoch: Der Veranstalter werfe künftig den ersten Stein.

Jetzt aber zu den Eindrücken, die für den Läufer im letzten Drittel (der Zeit für sie hat) mehr bedeuten als alles andere. Zu den schönsten und besten zählen die Begegnungen mit den großen und vor allem kleinen Unterstützern an der Strecke (ein dickes Dankeschön an Charlotte, Pauline, Isabel, Ronald, Hanna, Frida, Gustaf, Annika und Maddin, das weißgewandete Diätprodukt auf zwei Reifen, noch dünner als er selbst).

FM34 KussKuss für die Gemahlin

FM34 41Handgreiflichkeiten zwecks Siegergeste: Verena und ich bei Kilometer 41

Ach ja: Diesmal war ich etwas später dran. Genauer: Einen Tag. Dennoch eine schöne, schnörkellose Startnummer für den 35. Frankfurt Marathon 2016:

StartnoFrankfurt