Schlagwort: 10 Kilometer

Noch weniger Zeit beim Lauf für mehr Zeit

zwei Jahre ist es her, dass ich beim Lauf für mehr Zeit am Ende der Fressgass in Richtung der Uhr über dem Zieleinlauf spähte und ungläubig eine Zeit unter 50 Minuten für den 10 Kilometer Lauf als möglich erkannte. Damals hatte ich auf den letzten Metern noch einmal alle Kräfte mobilisiert und (eklig aber den Tatsachen entsprechend) dicke Schaumbatzen ausgespien wie ein Kutschpferd in einem klassischen Gruselfilm bei der Hetzjagd über Bergstraßen in der Karpaten. Das Ergebnis damals war eine Netto-Zeit von 00:48:33 und eine knappe Stunde Todeserwarten, da mein Puls einfach nicht mehr runter wollte. Mit Schnappatmung torkelte ich an den Fressbuden vorbei (was bereits erkennen lässt, dass ich nicht mehr Herr der Lage war, denn nach einer solchen Zeit würde ich keine Fressbude auslassen). Ich sprach schließlich sogar mit einem der Rettungssanitäter, der aber keinen Hehl daraus machte, dass er lieber einem zwanzigjährigen, gertenschlanken Laufmagazin-Covergirl die Schenkel mit Franzbranntwein gekühlt oder die Knie verpflastert hätte, als einem schnaufenden Enddreißiger die Angst vor dem Kollaps zu nehmen.

Nach einem Aussetzer im vergangenen Jahr, war ich 2015 wieder am Start. Vielleicht war es die Performance der Calisthenics-Athleten im Rahmenprogramm, die mich zu Höchtleistungen animierte. Vielleicht auch der bis dato noch stabile Gewichtsverlust. Vielleicht die Stimmung im Läuferfeld; vielleicht, oder eher wahrscheinlich alles zusammen.

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Jedenfalls gelang es mir, meine Bestmarke um 32 Sekunden zu unterbieten. Das Beste daran: Der Puls war schon am Bierstand wieder im Normbereich und mithin gab es keinen Grund mehr, auch nur eine Fressbude links oder rechts liegen zu lassen. Ich freue mich schon auf das kommende Jahr…

Abbel – fertig – los: Berkersheim läuft zum zweiten Mal

Der Frankfurter Stadtteil Berkersheim ist das ideale Habitat für Menschen, die ein dörfliches Lebensgefühl mit der Anbindung an die Infrastruktur einer modernen Großstadt verbinden wollen. Dass es sich in Berkersheim nicht nur gut leben, sondern auch gut laufen kann, liegt aber nicht nur daran, dass man hier mit der Nidda und den parallel zum Fluss verlaufenden Radwegen ein prima Laufrevier vor der Nase hat.

Zum zweiten Mal fand in diesem Jahr der Abbel Lauf des TSV Berkersheim statt und dieses fruchtige Rennen ist zwar noch klein, was die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer anbelangt (2015 insgesamt 129), aber in Sachen Orga ähnlich gut aufgestellt wie die größeren Volksläufe – Zeitmessung per Chip in der Fußfessel eingeschlossen.

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42 StarterInnen nahmen die 10 Kilometer unter die Füße (Bilder vom Lauf: Holger Schröder / TSV Berkersheim)

Hauptlauf ist der 10 KM Run für den der nicht ganz ebene Rundkurs von 2,5 KM viermal bewältigt werden muss. Daneben finden ein Jedermann (5 KM) sowie ein Schüler (2,5 KM) und ein Bambinilauf (300 M) statt.

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Runde drei: Bauchfrei am Wasser vorbei

Auch in Berkersheim zeigten verminderte Umfänge im Bereich der Hüften und gesteigerte Umfänge im Training Auswirkungen in Form einer neuerlich verbesserten Zeit. Da schmeckte der Abbelwein und der Abbelkuchen nach dem Lauf gleich nochmal so lecker.

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Der kleine, feine Run in Frankfurts dörflichstem Quartier ist es Wert, zu wachsen und zu reifen wie die namengebende Frucht. Es ist sehr erfreulich zu hören, dass der Veranstalter eine dritte Auflage ausrichtet. Einziges Manko in 2015: der Termin. Parallel zu einer Veranstaltung des Main-Lauf-Cups, dem Internationalen Volkslauf in Mühlheim, kann man als junges und nicht eben offensiv beworbenes Event kaum mit Riesenandrang rechnen.