Mach mal Halblang! – Lufthansa HM 2013

Verglichen mit der demütigenden Erfahrung bei meinem ersten Lufthansa Halbmarathon im Vorjahr habe ich dieses Mal die richtige Taktik gewählt. Anstatt mich zu weit vorne einzureihen und dann während schier endlosen 21 Kilometern immer weiter nach hinten durchgereicht zu werden, habe ich es gestern genau anders herum versucht. Im letzten Block, der erst gute achtzehn Minuten nach den Elite-Läufern auf die Strecke geschossen wurde, stand ich ganz hinten.

Zwischenzeitlich überkam mich zwar die Angst, im Falle eines kurzzeitigen Ausscherens aus dem Feld aufgrund einer physischen Zwangslage mit einem Mal allein zu sein, doch es hat sich durchaus gelohnt, diese Angst auszuhalten (zumal sie unbegründet war, denn nicht bei allen Tätigkeiten bin ich so langsam, wie beim Laufen…).

Auch wenn meine Netto-Zielzeit mit 02:08:45 nur um ein kleines Minütchen schneller als das Ergebnis in 2012 war; hatte ich von Anfang bis Ende des Rennens ein gänzlich anderes Laufgefühl. Ruhiges Finden der eigenen Pace und von Kilometer zu Kilometer eine leichte aber stetige Steigerung des Tempos. Dazu Spaß am Laufen, genug Luft in den Lungen und nach hinten noch eine Menge Power in den Beinen, um auf dem letzten Kilometer noch einmal einen echten Zielspurt hinzulegen: 5,15 min/km sind für meine Verhältnisse eine wirkliche Sprint-Pace und so über die Ziellinie zu fliegen vermittelt einfach ein rundweg gutes Gefühl.

Die verbrannten Kalorien wurden binnen kürzester Zeit ergänzt – man weiß ja, was man sich schuldig ist. Da es beim Lufthansa Halbmarathon weder Finisher-Trikot noch Medaille gibt – was nicht allein dabei hilft, das Startgeld angesichts der spitzenmäßigen Orga geradezu spottbillig zu halten, sondern darüber hinaus aus Gründen der Nachhaltigkeit oder des Umweltkonzepts durchaus zu begüßen ist – überreichte ich mir selbst ein paar Kristall(Weizen)Pokale. Diese nehmen keinen Platz in der Vitrine weg und müssen auch nicht abgestaubt werden (höchstens abtrainiert, was ja nicht das Schlechteste ist).

Besser als Pokale und Medaillen sind ohnehin die Erinnerungen – unterstützt von ein paar fotografischen Impressionen. Spätestens 2014 werden wieder halbe Sachen gemacht, soviel ist sicher.

Irgendwo nach der Hälfte der Halbdistanz:

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Nicht mehr weit vom Stadion entfernt im Stadtwald:

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Ganz am Ende:

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…und absolut zufrieden!

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Glückwunsch an Andy G. für die super Premiere mit eindrucksvollen 01:41:01!