Noch weniger Zeit beim Lauf für mehr Zeit

zwei Jahre ist es her, dass ich beim Lauf für mehr Zeit am Ende der Fressgass in Richtung der Uhr über dem Zieleinlauf spähte und ungläubig eine Zeit unter 50 Minuten für den 10 Kilometer Lauf als möglich erkannte. Damals hatte ich auf den letzten Metern noch einmal alle Kräfte mobilisiert und (eklig aber den Tatsachen entsprechend) dicke Schaumbatzen ausgespien wie ein Kutschpferd in einem klassischen Gruselfilm bei der Hetzjagd über Bergstraßen in der Karpaten. Das Ergebnis damals war eine Netto-Zeit von 00:48:33 und eine knappe Stunde Todeserwarten, da mein Puls einfach nicht mehr runter wollte. Mit Schnappatmung torkelte ich an den Fressbuden vorbei (was bereits erkennen lässt, dass ich nicht mehr Herr der Lage war, denn nach einer solchen Zeit würde ich keine Fressbude auslassen). Ich sprach schließlich sogar mit einem der Rettungssanitäter, der aber keinen Hehl daraus machte, dass er lieber einem zwanzigjährigen, gertenschlanken Laufmagazin-Covergirl die Schenkel mit Franzbranntwein gekühlt oder die Knie verpflastert hätte, als einem schnaufenden Enddreißiger die Angst vor dem Kollaps zu nehmen.

Nach einem Aussetzer im vergangenen Jahr, war ich 2015 wieder am Start. Vielleicht war es die Performance der Calisthenics-Athleten im Rahmenprogramm, die mich zu Höchtleistungen animierte. Vielleicht auch der bis dato noch stabile Gewichtsverlust. Vielleicht die Stimmung im Läuferfeld; vielleicht, oder eher wahrscheinlich alles zusammen.

LfmehrZeit2015

Jedenfalls gelang es mir, meine Bestmarke um 32 Sekunden zu unterbieten. Das Beste daran: Der Puls war schon am Bierstand wieder im Normbereich und mithin gab es keinen Grund mehr, auch nur eine Fressbude links oder rechts liegen zu lassen. Ich freue mich schon auf das kommende Jahr…